Krankheiten verstehen & „richtig" pflegen

Wenn du dich um einen Menschen mit einer Krankheit oder Behinderung kümmerst ist es wichtig, dass du dich mit dieser Krankheit oder Behinderung gut auskennst. Es hilft sehr, wenn du weißt, was die Auswirkungen (Symptome) der Erkrankung sind, wie du damit umgehen kannst und auch was du tun kannst, damit es der Person besser geht.

Gerade jüngere Menschen finden eine Krankheit manchmal beängstigend: Warum kippt Mama manchmal einfach um? Wieso vergisst Opa immer so viel und erkennt mich manchmal nicht? Wieso kann sich meine Schwester nicht richtig bewegen oder hat Zuckungen?
Wenn du dir solche oder ähnliche Fragen stellst und darauf keine Antwort weißt oder bekommst, kann das Ängste auslösen. Die Krankheit oder Behinderung scheint dann unkontrollierbar. Du weißt nicht, wie du damit umgehen kannst und hast das Gefühl, dass immer etwas Schlimmes passieren könnte.

Solche Sorgen und Ängste lassen sich aber oft nehmen, wenn du mehr über die Krankheit oder Behinderung lernst. Dazu kannst du mit deinen Eltern sprechen oder mit einem Arzt oder einer Ärztin. Wenn du nicht weißt, an wen du dich wenden kannst, schreib uns gerne über unsere Onlineberatung. Vielleicht können wir dir schon erste Fragen beantworten und dir sagen, von wem du noch mehr Infos bekommen kannst. Auch in unserer Rubrik Wissen und Tipps findest du Links zu Seiten, die dir mehr über einige Krankheiten erklären.

Nicht alle Krankheiten oder Behinderungen führen dazu, dass die Person Hilfe dabei braucht, ihren Alltag zu meistern. Einige Krankheiten aber schränken die Betroffenen so sehr sein, dass sie nicht mehr alles selbst tun können. Dann wird das Zähne putzen, das Aufstehen oder ins Bett gehen, Duschen, Essen kochen, Sprechen oder Laufen zum Problem. Häufig unterstützen dann andere Familienmitglieder dabei, diese Aufgaben zu erledigen. Sie „pflegen“ die kranke Person. Diese Familienmitglieder werden in Deutschland als „pflegende Angehörige“ bezeichnet. Für sie gibt es auch ganz spezielle Unterstützung. Zum Beispiel Kurse und Trainings, die ihnen erklären, wie man kranke oder behinderte Menschen richtig pflegt.

Es ist wichtig, dass du als „pflegende/r Angehörige/r“ lernst, wie du der kranken Person am einfachsten und besten helfen kannst. Am wichtigsten ist aber, dass du nur die Hilfen und Aufgaben machst, mit denen du dich wohl fühlst und die du auch wirklich leisten kannst. Wenn du noch sehr jung bist, ist es nicht einfach, körperlich anstrengende Aufgaben zu machen, die eigentlich ein Erwachsener tun sollte. Wenn du das Gefühl hast, dass du solche Aufgaben leisten musst, die du eigentlich nicht tun willst oder solltest, kannst du uns gerne schreiben und wir können gemeinsam einen Plan entwickeln, wie vielleicht jemand anderes diese Aufgaben übernehmen kann. Solche Möglichkeiten gibt es immer!

Auf deinen Körper achten! Wenn du dich um die kranke oder beeinträchtigte Person kümmerst und dabei schwere körperliche Bewegungen machen musst – eine Person aus dem Bett oder Stuhl heben, umdrehen oder ähnliches – kann das auf Dauer deinem Körper schaden. Es ist also wichtig zu lernen, wie du die Person heben musst, um deinen Körper so wenig wie möglich zu belasten. Dafür gibt es schon gute Tipps, wie in diesen Videos aus Österreich:

Hilfe beim Aufstehen aus dem Bett  Essen anreichen im Bett  Tipps bei der Körperpflege

 

Tipp

Wenn du schon etwas älter bist, kannst du dir zum Beispiel auch auf dieser Internetseite der AOK Krankenkasse einige Videos anschauen, wie man kranke Menschen oder Menschen mit Behinderungen am besten „pflegen“ kann.