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  • Hilfe für dich als pflegender Jugendlicher
Für Dich2021-03-16T12:30:26+01:00

Für Dich

Hilfe und Unterstützung für Jugendliche und junge Erwachsene

Wenn du unsere Internetseite gefunden hast, dann hast du wahrscheinlich einen Menschen in deiner Familie, der Hilfe braucht. Wahrscheinlich hilfst du mit so viel du kannst. Das machst du meistens gerne und es ist auch normal für dich: das macht man eben! Es ist ja auch schön, helfen zu können, etwas zurückgeben zu können.
Für andere Sachen bleibt dann aber oft weniger Zeit: Du kommst nicht mehr so viel raus. Du kannst dich nicht mehr so oft mit deinen Freunden treffen. Abschalten oder Entspannen ist ohnehin nicht leicht, wenn du immer an den Menschen denken musst, dem du hilfst. Vielleicht machst du dir auch Sorgen oder hast Angst, dass es ihr oder ihm noch schlechter geht. Und dich auf die Schule oder Uni zu konzentrieren fällt dir auch immer schwerer. Für ein paar Tage und Wochen geht das vielleicht noch.  Aber wenn man dann länger keine Zeit hat für das eigenes Leben – Freunde, Hobbies oder einfach entspannen– kann das eben auch frustrieren, traurig und wütend machen.

Du fragst dich, wie du das alles unter einen Hut bekommen sollst? Wir haben für dich hier unten ein paar Tipps zusammengestellt, wie du deinem Familienmitglied helfen kannst und gleichzeitig nicht auf deine Wünsche verzichtest. Denn nur wenn es DIR gut geht und du auch dein eigenes Ding machst, kannst du deine Familie gut und auf Dauer unterstützen in einem Maß, wie du es möchtest.

Für die Veröffentlichungen haben wir die Erlaubnis unserer Klientinnen und Klienten erhalten.

Hier haben wir einige Infos und Tipps für dich zusammen gestellt, wenn du dich belastet und überfordert fühlst!

Viele von Euch haben uns erzählt, wie schwer es ihnen fällt, zu Hause über die eigenen Wünsche zu reden. Oder auch darüber, was Euch Sorgen, Angst oder wütend macht. Viele wollen nicht „noch mehr Stress machen“ und denken, dass die hilfebedürftige Person an erster Stelle steht. Das ist in Phasen, in denen der Familienalltag auf dem Kopf steht, eine ganz normale Reaktion und zeigt, dass Du sehr feinfühlig bist. Dir ist es wichtig, dass ihr als Familie zusammenhaltet und erst Mal einen guten Weg findet, mit der Situation umzugehen. Nur, auf Dauer tut es dir nicht gut, wenn du deine eigenen Wünsche und Gefühle zurückstellst. Und leider gewöhnt man sich sehr schnell daran, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, wenn man erst mal damit angefangen hat. Dadurch gehen deine Wünsche und Probleme nämlich nicht weg  -je länger sie verdrängt, aufgeschoben oder runtergespielt werden, desto drängender und stärker kommen sie irgendwann zurück.

Als Jugendliche/r ist es dein gutes Recht auch ein/e Jugendliche/r zu sein. Das heißt, auch wenn du gerne zu Hause mithilfst, ist es nicht deine Verantwortung, dass alles läuft. Deine Eltern sind immer noch die, die auf dich acht geben sollten und nicht anders herum. Das bedeutet auch, dass du dich mit deinen Sorgen und Wünschen auch an sie oder andere Erwachsene in deiner Familien wenden darfst. Wir wissen, viele von Euch haben die Sorge, dass Ihr Eure Eltern noch mehr belastet, wenn Ihr über Eure eigenen Sorgen sprecht. Meistens machen sich Eure Eltern aber sowieso Gedanken und fragen sich, wie es Euch wohl mit allem so geht. Also erlaubt es euch, auch weiterhin Sohn, Tochter oder Enkelkind zu sein – auch wenn ihr jetzt manchmal auch Haushaltsmanager/in, Kümmerer/in, Pfleger/in oder Geschwisterbetreuer/in seid.
Und auch wenn du schon Erwachsen bist und dich um ein Familienmitglied kümmerst ist es genau so wichtig, offen und ehrlich mit den anderen Menschen in deiner Familie zu reden. Ihr seid ein Team und könnt nur gut zusammen arbeiten, wenn jeder mit seinen Aufgaben einverstanden ist und Sorgen für die Zukunft auch besprochen werden.

Klar, manchmal gibt es Gedanken und Themen, die will man (noch) nicht mit seinen Eltern besprechen. Das sind dann oft Themen, wo dich deine Freunde gut verstehen können und es sich lohnt, so mutig zu sein und es anzusprechen! Auch wenn du dir vielleicht denkst: Wie kannst du ihnen erzählen, wie dein Tag aussieht? Eure Leben sind so verschieden. Ob sie das verstehen, oder es voll peinlich finden, was du zu Hause alles tust? Darfst du sowas Privates überhaupt weitersagen? Wenn das Jugendamt etwas mitkriegt, gibt es dann Ärger?

Solche Fragen und Ängste können wir gut verstehen. Wir wollen dir aber Mut machen, mit anderen über dein Leben zu reden. Jeder muss mal reden, wenn’s ihm nicht gut geht. Was du machst, ist auch nichts Außerirdisches: Es gibt mehr kranke oder behinderte Menschen als man denkt – In Berlin hilft in jeder Klasse 1-2 SchülerInnen einem Menschen in der Familie, der krank ist oder eine Behinderung hat! Das ist also ein ganz normales Thema, darüber kannst du echt sprechen. Wenn du erstmal nicht weißt, wie du anfangen sollst, kannst du dich auch an Profis wenden. Du kannst auch uns eine anonyme Mail schicken und uns erzählen, was dir Gedanken macht. Natürlich kostenlos und anonym!

Hier haben wir einige Infos und Tipps für dich zusammen gestellt, wenn Unterstützung benötigst und reden möchtest:

Wenn du einen Menschen in deiner Familie hast, der eine Krankheit oder Behinderung hat, hol dir Informationen über diese Erkrankung! Manche Erkrankungen führen dazu, dass sich Menschen anders verhalten, als früher. Sie scheinen (komplett) verändert oder sind häufiger traurig, wütend oder fröhlich. Sie haben vielleicht Krampfanfälle oder zittern. Das kann für viele Jugendliche und junge Erwachsene beängstigend sein und fühlt sich manchmal unberechenbar an.

Wenn du aber weißt, welche Auswirkungen (Symptome) die Krankheit hat und warum sie auftreten, kann das beruhigen. Du wirst dann wahrscheinlich auch Informationen darüber finden, wie der Verlauf der Krankheit ist. Ist sie heilbar oder wird sie immer schlimmer? Zu hören, dass eine Krankheit nicht heilbar ist und irgendwann auch zum Tod führen kann, ist erst Mal eine furchtbare Information. Aber du wirst auch bald merken, dass es dir helfen kann, wenn du dich darauf vorbeiten kannst, was kommt. Traurigkeit und Angst sind aber ebenso normale Gefühle in solchen Situationen. Es kann helfen, darüber zu sprechen – in deiner Familie oder mit Sozialarbeitern und Psychologen. Wir helfen dir gerne weiter.

Hier haben wir einige Infos und Tipps für dich zusammen gestellt, wenn du dich über die Krankheiten informieren möchtest:

In jeder Schulklasse pflegen 1-2 Schüler*innen ein Familienmitglied! „Pflege“ bedeutet zum Beispiel das An- und Ausziehen der kranken Person, ins Bett bringen oder aus dem Bett helfen, beim Essen helfen, beim Duschen und Waschen helfen oder auch die Medikamente zu geben. Es kann auch bedeuten, auf den Menschen aufzupassen oder ihn / sie zu beschäftigen.

Je nachdem welche Krankheit oder Behinderung die Person hat, sind diese Aufgaben nicht immer einfach. Professionelle Pflegekräfte machen dafür eine mehrjährige Ausbildung – und es empfiehlt sich übrigens oft, sich von ihnen Hilfe zu holen – aber Familienmitglieder machen das meist nach dem Prinzip learning by doing. Aber gerade bei Aufgaben, die dich körperlich oder emotional belasten, lohnt es sich, sich Informationen und Tipps zu holen, wie das am besten geht. Wir helfen dir dabei gern.

Hier haben wir einige Infos und Tipps für dich zusammen gestellt, wenn du dich über die Pflege von Angehörigen informieren möchtest:

Im Notfall ist niemand gern auf sich allein gestellt! Schreibe alle Menschen auf, an die Du dich in einem Notfall wenden würdest : Wen kannst Du zur Unterstützung anrufen ? Aus der Familie, Freunde, Nachbarn, Lehrer. Zu wem könntest Du gehen, bei wem könntest Du bleiben ?Besprich mit diesen Menschen im Vorfeld, wer wann gut zu erreichen ist und bedenke, dass Notfälle auch zu ungünstigen Zeiten zum Beispiel mitten in der Nacht auftreten könnten. Notiere die Telefonnummern bei euch gut sichtbar, zum Beispiel am Kühlschrank oder der Eingangstür.

Notiere die wichtigsten medizinischen Kontakte :

Hausarzt

Therapeut

Krankenhaus

Feuerwehr : 112

Nummer gegen Kummer:

Berliner Krisendienst für deinen Bezirk

Besprich mit deiner Familie und der erkrankten Person, was in einem Notfall zu tun ist. Jede Erkrankung erfordert ganz eigene und unterschiedliche Maßnahmen. Nicht alle Notfälle sind absehbar, aber viele Dinge sind leichter zu bewältigen, wenn man weiß was man tun kann.

Macht jedem von euch klar, wie ihr einen Notfall erkennt und welche Schritte zu tun wären :

Was könnte ein wahrscheinlicher Notfall sein und wie sieht das aus ?

Welche Schritte könntest Du allein unternehmen und wozu benötigt es Hilfe von Anderen?

Wo sind notwendige Medikamente zu finden ?

Wann ist es notwendig medizinische Hilfe zu holen?

Wen kontaktierst Du in welchem Fall, zu welcher Uhrzeit?

Wo liegt die Krankenkassenkarte?

Manchmal kann es sinnvoll sein im Vorfeld bereits eine Notfalltasche zu packen, in der alle notwendigen Medikamente, ein Medikamentenplan falls es einen gibt und ausreichend Kleidung für einen Krankenhausaufenthalt sind.

Es kann manchmal auch Sinn machen sich ausreichend Geld zu deponieren, falls beispielsweise eine Taxifahrt notwendig ist.

Damit während eines Notfalls nicht den Kopf verliert, kann es helfen sich bewusst zu beruhigen. Das funktioniert sehr zuverlässig über unsere Atmung.

Folgende Übung hilft auch in sehr stressigen Situation, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen:

Atme ruhig und langsam und zähle dabei in Gedanken nach folgendem Muster :

Beim einatmen 1,2 / Ausatmen 1,2,

Beim einatmen 1 ,2 ,3 / Ausatmen 1 ,2, 3

Zähle immer eins dazu, bis Du bei 10 angekommen bist

Wiederhole dieses Atmen und Zählen so lange bis Du an nichts anderes mehr denkst. Probiere gern auch in anderen Situationen aus, wie dir diese Übung in Stresssituationen helfen kann. Vielleicht vor einer Prüfung oder einer Klassenarbeit ?

Jugendliche und junge Erwachsene, die sehr stark in die Unterstützung für eine kranke Person eingebunden sind, stecken oft eigene Wünsche zurück. Auch wenn es manchmal nicht anders zu gehen scheint, ist es auf jeden Fall keine Dauerlösung! Du hast dein Leben noch vor dir und legst jetzt den Grundstein für deine Zukunft. Klar, du musst noch nicht planen, mit wie vielen Kindern du wann wo und mit wem leben wirst. Aber ob du dich für eine Ausbildung, Studium oder Job entscheidest, sind wichtige Fragen. Soll es der perfekte Studiengang am anderen Ende Deutschlands sein oder bleibst du lieber in der Nähe und studierst Plan B? Und überhaupt: ziehst du von zu Hause aus nach der Schule und genießt deine Freiheit oder bleibst du lieber erst Mal zu Hause, weil es ohne dich nicht laufen wird?

Das sind wichtige Fragen, die eine Auswirkung auf dein Leben als Erwachsene*r haben werden. Es ist wichtig, dass du zum Ende der Schulzeit darüber nachdenkst, was du wirklich willst. Gibt es vielleicht einen Weg, der es dir erlaubt, dein Ding zu machen ohne dass du das Gefühl hast, deine Familie im Stich zu lassen?

Wir haben hier eine Broschüre speziell für dich und alle anderen Young Carers zum Download bereit gestellt. Wir hoffen, unsere Broschüre „Do you care?“ liefert dir  ein paar Tipps und Antworten im Umgang mit der Pflege deines Angehörigen.

Lade dir deine Broschüre runter!

Falls du seit dem Ausbruch des Coronavirus große Angst um deinen kranken Angehörigen hast, schau doch mal hier vorbei. Auf dieser Seite haben wir verschiedene Infos zum Coronavirus für dich zusammengestellt.

Wir können dir auch helfen, andere Jugendliche kennenzulernen, die sich um jemanden in der Familie kümmern. Sie wissen, wie es dir geht, und verstehen, wenn du mal ein Treffen absagen musst, weil es deiner Mutter auf einmal schlechter geht. Zur Zeit organisieren wir beispielsweise einen Impro-Theater Workshop ein Mal im Monat. Hier bist du immer willkommen 🙂

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