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  • Hilfe für dich als pflegender Jugendlicher
Für Dich2019-07-15T07:21:30+01:00

Für Dich

Wenn du unsere Internetseite gefunden hast, dann hast du wahrscheinlich einen Menschen in deiner Familie, der Hilfe braucht. Wahrscheinlich hilfst du mit so viel du kannst. Das machst du meistens gerne und es ist auch normal für dich: das macht man eben! Es ist ja auch schön, helfen zu können, etwas zurückgeben zu können.
Für andere Sachen bleibt dann aber oft weniger Zeit: Du kommst nicht mehr so viel raus. Du kannst dich nicht mehr so oft mit deinen Freunden treffen. Abschalten oder Entspannen ist ohnehin nicht leicht, wenn du immer an den Menschen denken musst, dem du hilfst. Vielleicht machst du dir auch Sorgen oder hast Angst, dass es ihr oder ihm noch schlechter geht. Und dich auf die Schule oder Uni zu konzentrieren fällt dir auch immer schwerer. Für ein paar Tage und Wochen geht das vielleicht noch.  Aber wenn man dann länger keine Zeit hat für das eigenes Leben – Freunde, Hobbies oder einfach entspannen– kann das eben auch frustrieren, traurig und wütend machen.

Du fragst dich, wie du das alles unter einen Hut bekommen sollst? Wir haben für dich hier unten ein paar Tipps zusammengestellt, wie du deinem Familienmitglied helfen kannst und gleichzeitig nicht auf deine Wünsche verzichtest. Denn nur wenn es DIR gut geht und du auch dein eigenes Ding machst, kannst du deine Familie gut und auf Dauer unterstützen in einem Maß, wie du es möchtest.

Viele von Euch haben uns erzählt, wie schwer es ihnen fällt, zu Hause über die eigenen Wünsche zu reden. Oder auch darüber, was Euch Sorgen, Angst oder wütend macht. Viele wollen nicht „noch mehr Stress machen“ und denken, dass die hilfebedürftige Person an erster Stelle steht. Das ist in Phasen, in denen der Familienalltag auf dem Kopf steht, eine ganz normale Reaktion und zeigt, dass Du sehr feinfühlig bist. Dir ist es wichtig, dass ihr als Familie zusammenhaltet und erst Mal einen guten Weg findet, mit der Situation umzugehen. Nur, auf Dauer tut es dir nicht gut, wenn du deine eigenen Wünsche und Gefühle zurückstellst. Und leider gewöhnt man sich sehr schnell daran, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, wenn man erst mal damit angefangen hat. Dadurch gehen deine Wünsche und Probleme nämlich nicht weg  -je länger sie verdrängt, aufgeschoben oder runtergespielt werden, desto drängender und stärker kommen sie irgendwann zurück.

Als Jugendliche/r ist es dein gutes Recht auch ein/e Jugendliche/r zu sein. Das heißt, auch wenn du gerne zu Hause mithilfst, ist es nicht deine Verantwortung, dass alles läuft. Deine Eltern sind immer noch die, die auf dich acht geben sollten und nicht anders herum. Das bedeutet auch, dass du dich mit deinen Sorgen und Wünschen auch an sie oder andere Erwachsene in deiner Familien wenden darfst. Wir wissen, viele von Euch haben die Sorge, dass Ihr Eure Eltern noch mehr belastet, wenn Ihr über Eure eigenen Sorgen sprecht. Meistens machen sich Eure Eltern aber sowieso Gedanken und fragen sich, wie es Euch wohl mit allem so geht. Also erlaubt es euch, auch weiterhin Sohn, Tochter oder Enkelkind zu sein – auch wenn ihr jetzt manchmal auch Haushaltsmanager/in, Kümmerer/in, Pfleger/in oder Geschwisterbetreuer/in seid.
Und auch wenn du schon Erwachsen bist und dich um ein Familienmitglied kümmerst ist es genau so wichtig, offen und ehrlich mit den anderen Menschen in deiner Familie zu reden. Ihr seid ein Team und könnt nur gut zusammen arbeiten, wenn jeder mit seinen Aufgaben einverstanden ist und Sorgen für die Zukunft auch besprochen werden.

Klar, manchmal gibt es Gedanken und Themen, die will man (noch) nicht mit seinen Eltern besprechen. Das sind dann oft Themen, wo dich deine Freunde gut verstehen können und es sich lohnt, so mutig zu sein und es anzusprechen! Auch wenn du dir vielleicht denkst: Wie kannst du ihnen erzählen, wie dein Tag aussieht? Eure Leben sind so verschieden. Ob sie das verstehen, oder es voll peinlich finden, was du zu Hause alles tust? Darfst du sowas Privates überhaupt weitersagen? Wenn das Jugendamt etwas mitkriegt, gibt es dann Ärger?

Solche Fragen und Ängste können wir gut verstehen. Wir wollen dir aber Mut machen, mit anderen über dein Leben zu reden. Jeder muss mal reden, wenn’s ihm nicht gut geht. Was du machst, ist auch nichts Außerirdisches: Es gibt mehr kranke oder behinderte Menschen als man denkt – In Berlin hilft in jeder Klasse 1-2 SchülerInnen einem Menschen in der Familie, der krank ist oder eine Behinderung hat! Das ist also ein ganz normales Thema, darüber kannst du echt sprechen. Wenn du erstmal nicht weißt, wie du anfangen sollst, kannst du dich auch an Profis wenden. Du kannst auch uns eine anonyme Mail schicken und uns erzählen, was dir Gedanken macht. Natürlich kostenlos und anonym!

Wir können dir auch helfen, andere Kids kennenzulernen, die sich um jemand kümmern. Sie wissen, wie es dir geht, und verstehen, wenn du mal ein Treffen absagen musst, weil es deiner Mutter auf einmal schlechter geht.

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